Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie
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Effekte immunmodulierender Medikamente auf Gehirn und Verhalten

Medikamente aus der Substanzklasse der Small-Molecule Drugs werden häufig bei der Behandlung von chronischen inflammatorischen Autoimmunerkrankungen, Tumorerkrankungen oder nach Transplantationen eingesetzt, um das Organ vor Abstoßung zu schützen. Obwohl die meisten dieser Substanzen die Blut-Hirn Schranke überwinden können, sind Studien und Wissen hinsichtlich auftretender neurologischer und neuropsychiatrischer Nebenwirkungen spärlich. So führt beispielsweise bei einer nicht geringen Anzahl von Patienten die Behandlung mit Small-Molecule Drugs zu einem erhöhten Auftreten affektiver Symptome wie Depression, Aggression, Paranoia, Apathie oder Angststörungen. In diesem Zusammenhang konnten wir in tierexperimentellen Studien zeigen, dass schon die einmalige Gabe des mTOR Inhibitoren Rapamycin zu Verhaltensauffälligkeiten und neurochemischen Veränderungen im Gehirn bei Ratten führte, wie sie auch bei neuropsychiatrischen und neuropathologischen Erkrankungen beobachtet werden. Der Schwerpunkt unserer Forschungsaktivitäten liegt daher zum einen auf der Verhaltensphänotypisierung bei der Behandlung mit diesen immunmodulierenden Medikamenten, die wir mittels unterschiedlicher Verhaltenstests (Elevated Plus-Maze, Barnes Maze, Open Field, Dark-Light Box, Präpuls Inhibition, Novel Object Recognition) durchführen. Zum anderen analysieren wir die zugrundeliegenden neuromolekularen Mechanismen dieser Verhaltensveränderungen.

Verantwortlicher Leiter/Ansprechpartner

Hadamitzky Martin

Projektteam

Kornowski Alexandra
Lückemann Laura
Schedlowski Manfred
Vogelsang Magdalene

Kooperationen

Prof. Dr. Ivo Bendix, Klinik für Kinderheilkunde I/ Neonatologie, Universitätsklinikum Essen
Dr. Arne Herring, Institut für Pathologie und Neuropathologie, Universitätsklinikum Essen
Prof. Dr. Urs Meyer, Institut für Veterinärpharmakologie und Toxikologie, Universität Zürich

Ausgewählte Publikationen

Hadamitzky M, Herring A, Kirchhof J, Bendix I, Haight MJ; Keyvani K, Lueckemann L, Unteroberdoerster M, Schedlowski M.
Repeated systemic treatment with rapamycin affects behavior and amygdala protein expression.
Int J Neuropsychopharm. 2018;21592-602.

Serdar M, Herz J, Kempe K, Lumpe K, Reinboth BS, Sizonenko SV, Hou X, Herrmann R, Hadamitzky M, Heumann R, Hansen W, Sifringer M, van de Looij Y, Felderhoff-Müser U, Bendix I.
Fingolimod protects against neonatal white matter damage and long-term cognitive deficits caused by hyperoxia.
Brain Behav Immun. 2016;52:106-19.

Bösche K, Weissenborn K, Christinas U, Witzke O, Schedlowski M. Hadamitzky M.
Neurobehavioral consequences of small molecule-drug immunosuppression.
Neuropharmacology. 2015;96:83-93.

Hadamitzky M, Herring A, Keyvani K, Doenlen R, Engler H, Krügel U, Bösche K, Orlowski K, Schedlowski M.
Acute systemic rapamycin induces neurobehavioral alterations in rats.
Behav Brain Res. 2014;15:16-22.