Meldungen

GEBIN Early Career Research Award 2022

13.04.2022

Bei der diesjährigen Fachtagung des German Endocrine-Brain-Immune-Network (GEBIN) wurden zwei Beiträge von Mitarbeiter*innen des Instituts für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie mit dem "GEBIN Early Career Research Award 2022" für hervorragende Präsentationen ausgezeichnet. Justine Schmidt stellte Daten aus ihrem Projekt "Effects of an anti-inflammatory drug treatment on psychological and bodily sickness symptoms during experimental endotoxemia: A randomized controlled study in healthy volunteers" vor. Stephan Leisengang präsentierte Ergebnisse aus seiner Studie "Neuro-glial primary cultures of the rat dorsal root ganglia to study effects of inflammation on nociceptive signaling in vitro and ex vivo". Wir gratulieren den beiden zu dieser Auszeichnung.

Publikation in Pharmacological Sciences

06.04.2022

Aktivierung der körpereigenen Apotheke: Wenn Patienten gezielt pharmakologische Reaktionen lernen.

Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichen, chronischen Erkrankungen wie Schmerzen, Depressionen oder entzündlichen Erkrankungen benötigen eine kontinuierliche, oft lebenslange Behandlung mit Medikamenten, die Krankheitssymptome reduzieren und somit die Lebensqualität aufrechterhalten. Die Mehrzahl dieser Medikamente löst jedoch auch unerwünschte, teilweise erhebliche Nebenwirkungen aus. Das macht die Entwicklung von alternativer, unterstützender Therapie dringend erforderlich.
Ein erfolgversprechender Weg könnte das assoziative Erlernen pharmakologischer Reaktionen sein. In einem aktuell publizierten Beitrag in der renommierten Fachzeitschrift Trends in Pharmacological Science (doi: 10.1016/j.tips.2022.03.002; https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35369993/) fassen Martin Hadamitzky und Manfred Schedlowski die Befunde zusammen. Die beiden Wissenschaftler vom Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie der Universitätsklinik Essen geben aufbauend auf eigenen tierexperimentellen Forschungsbefunden, Studien an gesunden Probanden sowie Patienten einen Ausblick auf die Entwicklung von assoziativen Lernprotokollen, mit denen es gelingen kann, gelernte pharmakologische Reaktionen zum Wohle chronisch Erkrankter einzusetzen.
Die notwendigen Medikamente entfalten ihre Wirkung in Patienten im komplexen Zusammenspiel mit den persönlichen, psychobiologischen Bedingungen. Einflussfaktoren sind z. Bsp. Erwartungen der Patienten an den Erfolg und die Nebenwirkungen einer Therapie, sowie Vorerfahrungen mit Medikamenten oder medizinischen Behandlungen, die auf Lern- und Konditionierungsprozessen basieren. Das Wissen über die neurobiologischen Mechanismen dieser assoziativen Lernerfahrungen und wie sich die gelernten pharmakologischen Effekte gezielt im Rahmen von Behandlungen nutzen lassen, ist in den letzten Jahren enorm gewachsen.
Eine gezielte und systematische Modulation der Lerneffekte könnte es ermöglichen die Menge der verabreichten Medikamente kontrolliert zu reduzieren, die Menge an unerwünschten Nebenwirkungen zu verringern, und dabei dennoch die therapeutische Effizienz aufrecht zu erhalten. Derartige konditionierte Medikamenteneffekte dürften sehr wahrscheinlich in vielen klinischen Situationen als unterstützende Therapiemaßnahme hilfreich sein – eine „Aktivierung der körpereigenen Apotheke“ des Patienten. Die Forschungsarbeiten in diesem Bereich profitieren von der aktiven Mitarbeit in gleich zwei, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Sonderforschungsprojekten (SFB 1280, „Extinction Learning“ und SFB/TRR 289, „Treatment Expectation“).

Kontakt:
Priv.-Doz. Dr. Martin Hadamitzky
Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen
Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie
Hufelandstrasse 55
45147 Essen

Förderbescheid für eKommMed.nrw

11.02.2022

Das Projekt eKommMed.nrw (E-Learning-Ressourcen für eine kompetenzorientierte Kommunikationsausbildung im Gesundheitswesen in Nordrhein-Westfalen) ist für die Förderlinie OERContent.nrw ausgewählt worden.
Im Projekt eKommMed.nrw wird die Erfahrung von sieben Medizinischen Fakultäten des Netzwerks KommMed.NRW gebündelt, um E-Learning-Angebote zur Kommunikation und Gesprächsführung in medizinischen Behandlungssituationen zu entwickeln. Diese werden als freie Bildungsmaterialien (Open Educational Resources, OER) auf dem Landesportal ORCA.nrw (www.orca.nrw) bereitgestellt. Einen multimedialen Schwerpunkt bilden interaktionsfähige Videos, die im Selbststudium sowie in klassischen Lehr-Lernszenarien und Prüfungen einsetzbar sind.
Am Projekt, das mit ca. 1.400.000 Euro gefördert wird, sind die Universitäten Bielefeld, Bochum, Bonn, Düsseldorf, Köln und Münster beteiligt. Die Konsortialführung liegt bei der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen. Der Förderzeitraum beträgt zwei Jahre mit Projektstart zum 1. April 2022.
Zur Pressemitteilung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft der Landes NRW: https://www.mkw.nrw/presse/oer

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Sven Benson
Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen
Institut für Didaktik und curriculare Entwicklung in der Medizin
Hufelandstrasse 55
45147 Essen

Foto:UDE/Arne Rensing

Medizinischen Fakultät fördert Nachwuchs-wissenschaftlerin

26.01.2022

Dr. Laura Heiß-Lückemann, konnte durch Ihre exzellente Arbeit der letzten Jahre und einer spannenderen Idee für ein wissenschaftliches Projekt das Willkommen-zurück Stipendium in Höhe von 40.000 Euro einwerben. Ihr Projekt beschäftigt sich mit der erlernten immunpharmakologischen Wirkung des immunsuppressiven Medikaments Fingolimod. Die Medizinische Fakultät hat sich zum Ziel gesetzt, Frauen in den oberen Qualifizierungsstufen der Wissenschaft (Habilitation und Professur) zu fördern und somit 3 Bewerberinnen für 2022 ausgewählt.

Willkommen zurück - Starthilfe

Wenn die Luft dünn wird:

30.11.2021

Wie das Immunsystem auf Sauerstoffmangel reagiert

Jede Zelle des menschlichen Körpers ist auf Sauerstoff angewiesen. Wie aber reagiert unser Immunsystem auf einen Sauerstoffmangel? Beeinflusst dieser Faktor Entzündungsreaktionen oder die Tumorentstehung? Mit einem neuen interdisziplinären Forschungsansatz in einer Höhentrainingskammer wollen Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen diese Fragen beantworten.

Der Sauerstoffverbrauch in Zellen und Geweben wird durch den Hypoxie-induzierbaren Faktor (HIF) geregelt, für dessen Entdeckung der Nobelpreis für Medizin im Jahr 2019 vergeben wurde. Prof. Dr. Joachim Fandrey mit dem Team des Instituts für Physiologie der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen erforscht seit vielen Jahren intensiv die Regulationsmechanismen von HIF, der beispielsweise für die Tumorentstehung sowie Entzündungsprozesse maßgeblich verantwortlich ist. Diese Erkenntnisse wurden bisher jedoch nahezu ausschließlich in Tiermodellen und in vitro Ansätzen gewonnen. Ob und inwieweit sich diese Befunde auch in realen Lebenssituationen beim Menschen bestätigen lassen, ist noch weitgehend unklar, weil bisher geeignete Untersuchungsmodelle fehlten.
Hier setzt ein neues Forschungsprojekt an, das im Rahmen des UMEA Clinician Scientist Programms von Dr. Bastian Tebbe geleitet wird. Für die Umsetzung haben sich Arbeitsgruppen des Instituts für Physiologie, des Instituts für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie sowie die Klinik für Infektiologie und die Klinik für Nephrologie zusammengeschlossen.
Im Rahmen des Projekts wird gesunden männlichen Probanden entweder ein Placebo oder Lipopolysaccharide (LPS) intravenös verabreicht. LPS aktiviert das Immunsystem und ruft eine einige Stunden anhaltende, systemische Entzündungsreaktion hervor. Anschließend erfolgt ein mehrstündiger Aufenthalt im Höhentrainingszentrum bewegungsfelder in Essen-Rüttenscheid. In der Höhentrainingskammer beträgt der Sauerstoffanteil in der Luft lediglich 11% statt der gewohnten 21%, was einer Höhe von ca. 4300 Meter entspricht.
Das Forschungsteam nimmt im Anschluss das Immunsystem der Probanden unter die Lupe. Die Reaktion des Immunsystems auf den Sauerstoffmangel wird aus unterschiedlichsten Perspektiven und mit molekularbiologischen, immunologischen und endokrinologischen Methoden sowie Fragebögen zu Befindlichkeiten sowie Aufmerksamkeits- und Reaktionstests analysiert.
Durch diesen innovativen und interdisziplinären Ansatz möchten die Forschenden neue Erkenntnisse über die Funktion immunkompetenter Zellen gewinnen, die auch Rückschlüsse auf die auftretende Fehlregulation des Immunsystems bei schweren und lebensbedrohlichen Infektionen (Sepsis) zulassen.
„Dieses Projekt ist ein hervorragendes Beispiel für die Verbindung von klinischer Arbeit und Forschung. Es war daher naheliegend, das Projekt im Rahmen des Clinician Scientist Programm (UMEA) der Medizinischen Fakultät zu planen“, erklären der Physiologe Prof. Dr. Joachim Fandrey und der Verhaltenswissenschaftler Prof. Dr. Manfred Schedlowski.

Meldungen aus der Medizinischen Fakultät

Analyse von Speichelproben:

09.12.2021

Exaktere Daten dank Smartphone-App.

Das Smartphone blinkt und piepst, wenn die nächste Speichelprobe fällig ist. Die neue „SalivApp“ erinnert ab jetzt Teilnehmende optisch und akustisch an die nächste Probensammlung. Bisher mussten Proband:innen und Patient:innen die erforderliche Speichelentnahme, die zu genau definierten Tageszeiten erfolgen muss, händisch protokollieren. Eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich der genauen Datenerhebung ließ sich nicht ausschließen. Die Smartphone-App soll nun helfen, noch exaktere Daten für die Forschungsprojekte des transregionalen Sonderforschungsbereichs (SFB/TRR 289) an den Universitäten Duisburg-Essen, Marburg und Hamburg, der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird, zu gewinnen.

Seit mehr als 20 Jahren untersuchen Prof. Manfred Schedlowski und Prof. Harald Engler zusammen mit dem Team des Essener Instituts für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie bereits Hormonspiegel im Speichel von gesunden Menschen und Patient:innen, um das komplexe Zusammenspiel zwischen hormonellen Veränderungen und psychologischen Faktoren zu analysieren.
In einem aktuellen Forschungsprojekt im Rahmen des SFBs „Treatment Expectation“ (Behandlungserwartung) soll durch Speichelanalysen untersucht werden, inwieweit die Erwartungshaltung von Patient:innen bezüglich der Wirkung einer medizinischen Behandlung Einfluss auf den Erfolg haben kann und welche Rolle dabei möglicherweise genetische Faktoren, Stressbelastung und Hormone spielen.
Dank der neuentwickelten „SalivApp“ können nun rund 2800 Studienteilnehmende die Probensammlung exakt, nachprüfbar und bequem per Handy dokumentieren. Die App führt sie dabei nicht nur intuitiv durch das Protokoll, sondern erinnert auch automatisch per Timer an die jeweiligen Speichelentnahmezeiten. Zu den weiteren Funktionen der App zählt unter anderem auch ein kurzes Video mit genauen Instruktionen zur Probenentnahme.
Dabei kann jede gesammelte Speichelprobe per App eindeutig identifiziert werden. Wichtige probenbezogene Informationen werden automatisch und datenschutzkonform im Hintergrund gesichert. „Die korrekte Datenerfassung bei solch einer großen Menge an Proben ist essenziell für unsere Forschung. Sie kann jetzt automatisch erfolgen. Dies erleichtert nicht nur den Proband:innen und Patienti:innen das Einhalten der vorgesehenen Zeitfenster, es verbessert gleichzeitig auch entscheidend die Qualität der erhobenen Daten“, erklärt Prof. Harald Engler.
Die mit dem Essener App-Entwickler-Team von Rocket Apes GmbH (Leitung: Deniz Balnak) konzipierte „SalivApp“ ist seit Anfang diesen Jahres Teil des „smarten“ Klinikalltags im Universitätsklinikums Essen, das erst vor kurzen vom US-Magazin Newsweek zu einem der weltweit technologisch am besten ausgestatteten Krankenhäuser der Welt nominiert wurde.

Meldungen aus der Medizinischen Fakultät

SFB/TRR 289 fördert spannendes Projekt

15.12.2021

SFB/TRR 289 fördert spannendes Projekt von Nachwuchswissenschaftlerin

Stefanie Hölsken, Doktorandin im SFB/TRR 289, Teilprojekt A12, hat sich im Rahmen eines Miniprojektantrags für die Durchführung ihres eigenen Forschungsprojekts beworben. Ihr Konzept für das Projekt mit dem Titel „Placebo Effekte auf Jucken und physiologische Hautreaktionen im Haut Prick-Test – eine kombinierte Konditionierungs- und Open-Label-Placebo-Studie“ konnte den Vorstand des SFBs überzeugen.

https://treatment-expectation.de

Gebin 2022

GEBIN Conference 2022 in Erlangen

On behalf of the Steering Committee of the German Endocrine-Brain-Immune-Network (GEBIN) it is our great pleasure to invite you to the 14th GEBIN Conference
that will be held between March 30 to April 1, 2022 at the Medical School Campus (Hörsaalzentrum Medizin, Ulmenweg 18, Erlangen), Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg *
and 11th GEBIN Educational Short Course March 29 to 30, 2022

https://www.gebin2022.fau.de/

Workshop Behandler-Patienten-Kommunikation

17.09.2021

Workshop zur Behandler-Patienten-Kommunikation

Der Sonderforschungsbereich (SFB) 289 „Treatment Expectation“ veranstaltet am Freitag, 17. September, 14 bis 17 Uhr, einen Zoom-Workshop. Prof. Dr. Sven Benson, Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie, thematisiert die Behandler-Patienten-Kommunikation. Er erläutert die psychologischen und neurobiologischen Mechanismen von Placebo- und Nocebo-Effekten anhand von klinischen und experimentellen Befunden. Die Teilnehmenden erproben danach, wie Nocebo-Effekte wirken und wie sich Erwartungseffekte in der Behandler-Patienten-Kommunikation optimal nutzen lassen.
Zur Online-Veranstaltung, die sich an alle Berufsgruppen in der Patientenversorgung richtet, müssen Sie sich anmelden: . Die Teilnehmerzahl ist auf maximal 30 Personen begrenzt.

Forschung zum 2. Gedächtnis

25.05.2021

Forschung zum 2. Gedächtnis geht in die nächste Runde. Förderperiode für SFB 1280 verlängert.

Was passiert im Gehirn mit erworbenem Wissen, das nicht mehr wirklich wichtig ist? Antworten auf diese spannende Frage suchen und finden Forschende der Medizinischen Fakultäten der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der Ruhr-Universität Bochum (RUB). Seit 2017 beschäftigen sie sich damit im Rahmen des Sonderforschungsbereiches „Extinktionslernen“. Aufgrund der bereits erzielten Erfolge hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft jetzt eine Förderung über rund 10 Millionen Euro für die nächsten 4 Jahre bewilligt.

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Über uns

Das Institut für Medizinische Psychologie wurde 1978 gegründet und gehört zu den vorklinischen Abteilungen des Universitätsklinikums Essen. Seit Oktober 1997 steht es unter der Leitung von Prof. Dr. Manfred Schedlowski.

Anschrift

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